Kategorie: Pressemitteilungen
08/2005 Immobilien – Geldquelle oder Kostenfalle?
Die derzeitige akute Finanzlage der öffentlichen Hand ist möglicherweise nur ein Vorbote für künftige Entwicklungen, die zeigen, dass die traditionell input-orientierte Haushaltspolitik der Verwaltungen mittelfristig nicht mehr umsetzbar ist. Daher lautet das primäre Ziel, alle vorhandenen Ressourcen als solche zu begreifen und aus ihnen den optimalen Mehrwert zu schöpfen.
Dabei rückt das Immobilienvermögen von öffentlichen Einrichtungen und Kommunen als wertvolle Ressource in das Blickfeld. Immobilien stellen Wirtschaftsgüter dar, die hohe Ertragspotentiale bergen allerdings auch hohe Kosten verursachen können. Doch wie kann dieses Potential optimal ausgeschöpft und die Bewirtschaftungskosten gleichzeitig gering gehalten werden? Unter dem Thema „Herausforderungen und Lösungen für öffentliche Immobilienbestände“ veranstaltet die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit der Keßler Real Estate Solutions GmbH Ende Oktober eine Fachtagung, in der unter anderem diese Frage aufgegriffen wird. (Ausführliche Angaben zur Veranstaltung finden Sie im Anschluss an diesen Artikel.)
In den Verwaltungshaushalten stellen die Kosten für den Betrieb von Gebäude und Liegenschaften den zweitgrößten Kostenblock dar. Um dennoch den größtmöglichen Nutzen aus der Ressource Immobilie zu ziehen, ist ein ganzheitlich orientiertes Gebäude- und Liegenschaftsmanagement unabdingbar. Es erhält den Wert der Objekte, ermöglicht die Senkung der Betriebskosten, schafft durch die Transparenz der Kosten Anreize zur Optimierung, zeigt Einsparpotentiale auf und schafft Entscheidungsspielräume, um Handlungsmaßnahmen zu veranlassen. Damit lassen sich bis zu 20 Prozent der Bewirtschaftungskosten einsparen. Maßgebliche Voraussetzung dafür ist das richtige Software-System. Doch der Markt ist gesättigt mit verschiedensten Anbieter solcher Systeme, wobei nur wenige den ganzheitlichen Ansatz von Facility Management erfüllen.
Daher initiierte der Freistaat Bayern im Jahr 2001 das europaweite Auswahlverfahren für ein CAFM-System* das die Facility Management Prozesse optimal unterstützt. Nach einer intensiven selektiven Auswahlphase erfolgte im Dezember 2002 die Vergabe an die Keßler Real Estate Solutions GmbH und deren CAFM-Software FAMOS. Zur Realisierung der Zielsetzung des Freistaates, alle Verwaltungen einheitlich mit einer Software für die Gebäudebewirtschaftung auszustatten, wurde ein entsprechender Rahmenvertrag mit dem Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, abgeschlossen.
Der Rahmenvertrag gilt für alle:
- Behörden, Dienststellen, Eigenbetriebe und wirtschaftlichen Unternehmen des Freistaates Bayern
- Bayerischen Kommunalbehörden und Kommunalverbände sowie andere juristische Personen des öffentlichen Rechts im Rahmen der mittelbaren Staatsverwaltung
- Hochschulen und Kliniken des Freistaates Bayern sowie rechtlich verselbständigte Kliniken in der Trägerschaft landesunmittelbarer Körperschaften des öffentlichen Rechts
- Unternehmen, an deren Kapital oder Gewinn der Freistaates Bayern zu mindestens 50 Prozent beteiligt ist.
Vorteile des Rahmenvertrages:
- Standardisierung der Software für die Gebäudebewirtschaftung
- Nutzung moderner Technologien unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
- vereinfachte Beschaffung der Gebäudebewirtschaftungssoftware und Umgehung des kompletten Ausschreibungsprozesses
- Einheitliche Ausstattung und Nutzung für die Bayerische Verwaltung
- spezielle Sonderkonditionen zur Überlassung der Software FAMOS
Mit dem Abschluss dieses Rahmenvertrages wird den Anforderungen des eGoverment-Konzeptes der Bayerischen Staatsregierung Rechnung getragen, Prozesse in der öffentlichen Verwaltung zukünftig mit nur wenigen dafür leistungsfähigen Standardprodukten zu unterstützen. So wird die weitestgehend einheitliche Ausstattung der Bayerischen Verwaltung mit Software für die Gebäudebewirtschaftung und deren einheitliche Nutzung gewährleistet.
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